Archiv für Dezember 2008
Die Welt in Stuttgart Sindelfingen steht still. An normalen Tagen bringen und 1500 Lastwagen und 52 Bahnwaggons Stahl und Ersatzteile In das Mercedes-Werk in Stuttgart Sindelfingen. Mehr als 46.000 Mitarbeiter strömen dann durch die Tore um neue Modelle zu entwickeln und die aktuellen zu produzieren. Jetzt ist die Mercedes Fabrik geschlossen. Bis am 11. Januar stehen die Produktionsanlagen still. Wenn in den Autoschmieden in Stuttgart, München oder Wolfsburg die Arbeit ruht, haben auch alle ihnen nicht mehr viel zu tun, gehen Autokonzernen zu arbeiten. Von den Ingenieuren der Automobil zu Lieferer bis hin zu den Werbeagenturen für Werbekampagnen gibt es aktuell keine neuen Herausforderungen.
Dies wirkt sich natürlich auch auf den Einzelhandel in den jeweiligen Städten aus. Das alte Gespenst der Angst um den Arbeitsplatz dreht eine neue Runde. Die internationalen Märkte schrumpfen in einem atemberaubendem Tempo geplante Investitionen wenn abgesagt oder verschoben. Die Volkswirtschaft ist in eine Rezession geraten deren Ausmaß bisher unvorstellbar war. Fast täglich warten Ökonomen mit neuen Schreckenszenarien für 2009 auf. Bei den Zahlen der Arbeitslosen überbieten sich die Fachleute mittlerweile gegenseitig mit immer neuen Schauerdaten.
Insgesamt steht Deutschland im kommenden Jahr den wohl größten Belastungstest zumindest seit der Wiedervereinigung gegenüber. Wie immer schlägt eine Wirtschaftskrise erst verspätet bei der Bevölkerung durch. Es hilft dabei auch nicht, dass der Liter Diesel bei 0,98 € pro Liter liegt. Nach wie vor wird jedoch das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel in diesem Jahr noch sehr gut ausfallen. Weihnachtsmärkte, Geschäfte sowie kulturelle Veranstaltungen werden nach wie vor gut besucht. Es scheint die Ruhe vor dem Sturm. Noch einmal möchten die Menschen unbeschwert das Leben genießen.
Zumindest für dieses Jahr klingeln die Kassen nocheinmal. Die Filialen großer Ladenketten erhalten schon frühzeitig über moderne Kassensysteme, Netzwerkkassen sowie daran angeschlossen Registrierkassen einen sehr guten Überblick über den Gesamtumsatz des Monats Dezember 2008. Was früher mit aufwändigen Inventuren erst einen Monat später ermittelt werden konnte, ist heute sofort zuverlässig abrufbar als Information.
Somit ist schon jetzt klar, das bis jetzt der Kunde von der Finanzkrise noch nicht zu beeindrucken war. Inwieweit sich das bis in das nächste Jahr entwickeln wird, ist noch nicht absehbar. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Konsumenten in einer solchen Krisenstimmung ihr Geld sparen und zurückhalten. Auch der Konsum wird sich im Jahre 2009 auf das notwendigste konzentrieren. Große Anschaffungen, wie beispielsweise ein neues Auto wird erst einmal zurückgestellt.
Schon jetzt unterstützt Mercedes-Benz die Fachhändler mit einem Gesamtkapitalsvolumen von 50.000.000 €. Wie lange auch ein Konzern wie Mercedes-Benz eine solche Unterstützung für seine Fachhändler gewähren kann, ist jetzt noch nicht klar.
In Eisenhüttenstadt, dem traditionsreiche Industriestandort nahe der polnischen Grenze, machen sich die Menschen auf einiges gefasst. Arcelor Mittal, der weltgrößte Stahlproduzent, hat 1600 seiner 2700 dortigen Beschäftigten in die Kurzarbeit geschickt. Seit 15 Jahren wuchs jedes Jahr das Auftragsvolumen. Der Standort boomte. Seit jedoch die Kfz Industrie mit Aufträgen eine Vollbremsung tätigte, stehen auch in Eisenhüttenstadt die Öfen still.
Die globalen Meldungen lassen nichts Gutes ahnen ein Staat nach dem anderen meldet offiziell den Eintritt in die Desertion, der Wert aller Papiere an Weltbörsen hat sich auf rund sechs 20.000.000.000.000 $ nahezu halbiert. Kaum ein Gewerbe kann sich diesem Sog entziehen. Als erstes hat es die Fahrzeugindustrie getroffen, weil sich der neue Wagen Kauf leicht verschieben lässt das Alterauto tut’s meistens noch.
Die Krise erfasst vor allem jene Geschäftsmodelle, die ihre beste Zeit hinter sich haben. Ob Videotheken, kleinere, Warenhäuser oder auch die Halbleiterindustrie: jede Krise beschleunigt den Strukturwandel, so sehr sich der Staat wie im Fall Geschicksherstellers Qimonda auch dagegen zustimmend versucht.
Wer es heute als Einzelhändler nicht schafft, sich neue Absatzstrukturen sowie eine neue Kundenkommunikation für sich zu erschließen, wird diese Krise wohl nicht überleben. Viele Einzelhändler betrachten alleine das Internet mit den vielen Onlineshops als Konkurrenz und verstehen das Web nicht als Chance. In vielen Branchen ist der so genannte Fachhandel, also die fachliche Beratung des Kunden, nicht mehr gegeben. Billige Aushilfen ersetzen teures Fachpersonal. Neben dem Qualitätsverfall der fachlichen Beratung des Kunden wird nur allzu oft noch veraltete Technik eingesetzt.
Gerade in der heutigen Zeit mit einer solchen Krisenstimmung muss auch der Einzelhandel Rationalisierungsmaßnahmen im Betrieb durchführen. Das Produktmanagement sowie die Lagerhaltung von Produkten sollte heute anders organisiert werden. Die dafür notwendige Technik im Bereich von Computern, Kassensoftware, sowie einem stabilen Kassennetzwerk stellen heute in Schlüssel für eine rationalisierte Organisation dar.
Als weitere Ergänzung besteht die Möglichkeit von benutzerfreundlichen Onlineshops. Auch der Einkauf bedingt Computer und des Internets soll für den Kunden ein Erlebnis sein.
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